Studie: Eine schlechte Ehe ist ungesund | WEB.DE

Ich hab es schon lange geahnt… oder besser: Ich war davon überzeugt.

Warum schreibe ich das?

Weil ich seit Jahren das Gefühl hatte, dass unsere ehelichen Streitereien keinen positiven Effekt haben. Meine Frau ist am 1. Januar 2018 um 8:32 Uhr an einem Krebsleiden verstorben.

Nun haben mir alle Ärzte unisono erklärt, ich trage keine Schuld am Tod meiner Frau. Die Umstände, das Schiksal, etc… seien ausschlaggebend gewesen.

Daran mag ich noch nicht so recht glauben. Selbstverständlich ist mir bewußt, dass meine Frau eine Eigenverantwortung für ihr Leben hatte und sich vielleicht zu wenig dafür einsetzte, dass es ihrem eigenen Seelenleben gut ging.

Es mögen auch verschiedene Vorerkrankungen oder Gene mit im Spiel gewesen sein.

Dennoch bin ich der Meinung, dass unsere Unstimmigkeiten zumindest nicht förderlich waren. Die Gesundheit, das Wohlbefinden haben kräftig gelitten. Auf beiden Seiten… bzw. auf allen drei – wir haben eine erwachsene Tochter…

In der unten verlinkten Studie ist zwar nicht von Krebs als Folge des ehelichen Stresses de Rede. Aber ausgeschlossen wurde es auch nicht. Vermutlich spielen eine Menge Faktoren mit und in meinem persönlichen Fall kamen jede Menge ungünstiger Parameter zusammen.

Allerdings frage ich mich auch, wo fängt eine schlechte Ehe an und wo hört eine Gute auf?

Wir hatten gute, sehr gute Zeiten und in großen Dingen konnten wir uns gegenseitig vertrauen und ein jeder sich auf den anderen verlassen. Bis zum wohl unvermeidlichen Ende.
Es waren die vermeintlichen Kleinigkeiten des Alltags, die uns ein manches mal die glatten Wände hochklettern liesen.

Ich habe meine Frau über 30 Jahre geliebt und wenn ich das so schreibe, kommen mir die Tränen. Ich vermisse sie. Die Momente der Trauer wechseln mit Momenten des Glücks und des zufriedenen Rückblicks. Wir haben viel Schönes miteinander erlebt und sie hat mir sehr viel geschenkt. Eine unglaublich tolle Tochter und die wichtige Einsicht, dass ich nicht alles verstehen muss, was so auf der Welt passiert.

Zusammen mit meiner Tochter werden ich den immensen Verlust verkraften und verarbeiten, wir geben uns gegenseitig Trost.

 

Nicht verhehlen möchte ich aber auch meine Enttäuschung gegenüber der behandelnden Ärzteschaft:
Zuerst gab es schier unendliche Verzögerungen im Zusammenhang der Diagnose und der Definition der Behandlungsweise, dann eine unglaubliche und unsägliche Abwehrhaltung gegenüber ergänzenden, alternativ angedachten Schmerzmitteln, bzw. Vitaminpräparaten und schlussendlich m. E. sogar unnötige Chemo-Einsätze, die am Ende Lebenskraft und Lebensqualität meiner Frau brutal negativ beeinflussten, ohne das es noch eine Chance auf Besserung gegeben hätte.

Einzig im Hospiz fand ich einen Arzt, der seinen gesunden Menschenverstand und seine medizinisch-ethisch-moralische Sicht in Einklang zu bringen wusste und das Dasein meiner Frau bis in den Tod wohl erleichterte.

 

Nun möchte ich jedem Betroffenen zu Bedenken geben: Achtet auf eure Lieben. Erst wenn sie verloren sind, werdet ihr spüren und erleben, was ihr verloren habt.

Ihr tragt Verantwortung – nicht nur für das eigene Leben, auch für das eurer Lieben.

Ich habe dies zu spät erkannt und werde mein Leben lang damit zurecht kommen müssen, hier versagt zu haben. Vielleicht kann ich es wieder gut machen… vielleicht…

(Verfasst am 20.7.18 19:38)

 

Quelle: Neue Studie: Eine schlechte Ehe ist ungesund | WEB.DE

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